Miteinander – Betzavta

Miteinander (betzavta) – Vom Konflikt zum Dilemma

Entwickelt vom Jerusalemer Adam-Institute for Democracy and Peace für die Bildungsarbeit in Israel, insbesondere auf dem Hintergrund des Konfliktes zwischen jungen Arabern und Palästinensern und Israelis: Heterogenität der Gesellschaft, Einwanderung, Religion.

Im Vordergrund steht der spielerische Charakter der verschiedenen Übungen. In ihnen werden die Vor- und Nachteile eines demokratischen Systems von den Kursteilnehmern nachempfunden.
Zentral ist hierbei: Alle Menschen haben das gleiche Recht auf Freiheit. Somit stehen gewaltfreie Methoden zur Lösung von Konflikten im Mittelpunkt. Demokratie kann so für den Alltag erlebt werden. Es wird in den Übungen die Methode der Polarisierung angewandt, um die Konturen von Konflikten schärfer zutage treten zu lassen und unterschiedliche Bewertungen derselben Situation sichtbar zu machen. In einem weiteren Schritt soll es möglich werden, diesen Konflikt in ein internes Dilemma eines jeden Kursteilnehmers umzuwandeln, um so zur Anerkennung des gleichen Rechts auf freie Entfaltung aller zu gelangen. (Konflikt: Ablehnung der Alternative der Anderen. Dilemma: Begegnung mit eigenen sich widersprechenden Bedürfnissen. Suche nach einer kreativen Lösung.) Die
Teilnehmer lernen vielfältige stillschweigende Annahmen kennen, durch die Missverständ-nisse entstehen, die eine demokratische Entscheidung oftmals verhindern.
Der spielerische Charakter der Übungen ist nicht mit Rollenspielen zu vergleichen: Es wird ein Abbild der Realität erstellt und zugleich faktische Realität in der konkreten Seminarsituation geschaffen.
Dies passiert vor allem dann, wenn die Teilnehmer auf der emotionalen Ebene angesprochen werden. Zentral ist bei diesen Übungen das Sich-Einlassen, ohne vorher die sonst übliche Transparenz des zu Erwartenden fordern zu können. Deshalb ist es entscheidend, dass die Leitung verdeutlicht, dass es kein richtig oder falsch in den Übungen gibt. Es wird auf die AHA-Erlebnisse hingewiesen, die jeder machen kann. Eine ausführliche Auswertung, die sich jeder Übung anschließt, ist nicht von der Übung getrennt, sondern führt den gruppendynamischen Prozess weiter. Entscheidend ist hierbei, dass die Teilnehmer für sich selbst entscheiden, ob die Spielsituation auf die Realität übertragbar ist oder nicht, um einzelnes Verhalten nicht zu bewerten.
Adaption für Deutschland: Konflikte entschärfen für die eher konsensorientierte deutsche Gesellschaft. Deshalb auch integrative Übungen für die Gruppe. Keine direkte Konfrontation einzelner Teilnehmer (Spiegel vorhalten), sondern ab dem 3. Tag Lösungswege in Übungen für die ganze Gruppe anbieten. (In Israel wird direkte Konfrontation nicht als Problem erlebt). (Quelle: http://www.betzavta.de 11.08.2009)

Euer Ansprechpartner im Landesverband der LSBTI* MV Gaymeinsam e.V. ist Gabriele Drisga, drisga@wismar.aidshilfe.de oder Telefon 03841-214755, Fax: 03841-214711

 


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