Schwerin setzt Zeichen gegen Homophobie

Norbert Reinsch, Sprecher des Netzwerkes gegen Homophobie Mecklenburg-Vorpommern, begrüßt Beschluss der Schweriner Stadtvertretung.
Auf Antrag der Fraktionen von CDU, Linke, SPD und Bündnis 90 / Die Grünen sowie der Ein-zelstadtvertreterin Anita Gröger (ASK) hat die Schweriner Stadtvertretung am Montag den Beitritt der Landeshauptstadt zum Netzwerk gegen Homophobie Mecklenburg-Vorpommern beschlossen.

Der interfraktionelle Antrag wurde mit nur zwei Gegenstimmen der AfD-Stadt-vertreter und zwei Enthaltungen angenommen.
Hierzu erklärt Norbert Reinsch, ehrenamtlicher Sprecher des Netzwerkes: „Mit ihrem Beitritt zum Netzwerk gegen Homophobie bekräftigt die Landeshauptstadt Schwerin einmal mehr ihr Bekenntnis zu Akzeptanz und Respekt. Als gebürtiger Schweriner freue ich mich dabei be-sonders über die breite Zustimmung über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg.“
Auch wenn in Deutschland in den vergangenen Jahren sich bereits viel für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und Intersexuellen (kurz LSBTTI) getan hat, ist die gesellschaftliche Anerkennung nicht-heterosexueller Lebenswei-sen vielerorts aber längst noch nicht erreicht. Im Gegenteil: LSBTTI werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung bzw. geschlechtlichen Identität nachwievor häufig diskriminiert.
Homophobie und Transphobie – soziale, gegen nicht-heterosexuelle Menschen gerichtete Feindseligkeiten – sind auch heute noch verbreitet, viele LSBTTI müssen in Ihrem Leben nicht nur mit Ignoranz oder sozialer Ausgrenzung umgehen, sondern sind Beschimpfungen, verbalen Angriffen und sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt.
„Homophobie ist – genau wie Rassismus – ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Mit-glieder des Netzwerkes wollen aktiv werden und Homophobie nicht tatenlos hinnehmen“, so Reinsch weiter.
Schwerin ist die erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern, die dem landesweiten Netz-werk offiziell beitreten will. „Wir hoffen, dass alle Landkreise und kreisfreien Städte in Meck-lenburg-Vorpommern folgen werden“, erklärt Roy Rietentidt, Vorstand des LSVD-Landesver-bandes Mecklenburg-Vorpommern „Gaymeinsam“ e.V. Hierzu sollen in den kommenden Wochen Gespräche geführt werden.
Im Netzwerk gegen Homophobie haben sich gesellschaftliche Organisationen und Institutio-nen aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur, Sport und Wissenschaft zusammenge-schlossen, um der verbreiteten Homosexuellenfeindlichkeit gemeinsam entgegentreten zu können. Ziel des Netzwerkes ist es, gemeinsam jeglicher Form von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität entgegenzutreten und ein Zeichen zu setzen für Anerkennung und Respekt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-sexuellen, Transgendern und Intersexuellen.
Im Internet: www.netzwerk-gegen-homophobie-mv.de
Link zum Antrag (Bürgerinformationssystem der Landeshauptstadt Schwerin):
http://bis.schwerin.de/vo0050.php?__kvonr=5158&voselect=4677