Homophobie die Rote Karte zeigen! Start der Fotoaktion „Zeig‘ Homophobie die Rote Karte!“

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In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren bereits viel für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und Intersexuellen (kurz LSBTTI) getan, auch wenn eine vollständige rechtliche Gleichstellung noch immer nicht erreicht ist. Viele meinen, mit offen schwulen Bürgermeistern, Außenministern und offen lesbischen Moderatorinnen sei doch alles gut. „Doch das ist keineswegs so“, sagt Roy Rietentidt, Vorstand des LSVD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Tatsächlich ist die gesellschaftliche Anerkennung nicht-heterosexueller Lebensweisen vielerorts längst noch nicht erreicht. Im Gegenteil: LSBTTI werden aufgrund ihrer sexuellen bzw. geschlechtlichen Vielfalt nachwievor häufig diskriminiert.“

 

Homophobie und Transphobie – also soziale, gegen nicht-heterosexuelle Menschen gerichtete Feindseligkeiten – sind auch heute noch verbreitet, viele LSBTTI müssen in Ihrem Leben nicht nur mit Ignoranz oder sozialer Ausgrenzung umgehen, sondern sind Beschimpfungen, verbalen Angriffen und sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie am Sonntag (17. Mai) startet der LSVD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern „Gaymeinsam“ e.V. gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Homophobie Mecklenburg-Vorpommern die Fotoaktion „Zeig‘ Homophobie die Rote Karte“.

„Eigentlich sollte Akzeptanz von LSBTTI längst zur Normalität gehören, doch noch immer wird Homosexualität stigmatisiert“, erklärt Norbert Reinsch, Sprecher des Netzwerkes gegen Homophobie Mecklenburg-Vorpommern. „Wir möchten mit der Fotoaktion darauf aufmerksam machen, dass ein offenes und gleichberechtigtes Leben für homo- und bisexuelle Menschen in unserer Gesellschaft auch heute noch nicht immer möglich ist und ein Zeichen für Akzeptanz setzen.“

Personen des öffentlichen Lebens, des Sports, aus der Wirtschaft und der Politik aus Mecklenburg-Vorpommern waren und sind aufgerufen, ein gemeinsames Zeichen für mehr Akzeptanz, Respekt und Solidarität mit LSBTTI zu setzen. Dabei soll eine Sammlung von Fotografien entstehen, die zeigt, dass sich Mecklenburg-Vorpommern und seine Bürgerinnen und Bürger deutlich zu Respekt und gesellschaftlicher Vielfalt bekennen. Bereits vor dem offiziellen Start war die Resonanz groß. Zahlreiche Menschen haben sich bereits an der Aktion beteiligt, darunter Ministerpräsident Erwin Sellering, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, Ministerinnen und Minister der Landesregierung, Landtagsfraktionen und -abgeordnete, Landräte, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Gleichstellungsbeauftragte und Geschäftsführer von Unternehmen. Sie alle zeigen mit Ihrem Foto Gesicht und bekennen Farbe für Vielfalt und Akzeptanz. Die Aktion wird in den nächsten Monaten fortgesetzt. Die Organisatoren wünschen sich, dass noch zahlreiche weitere Fotos hinzukommen.

Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie

Seit 2005 wird der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie jährlich am 17. Mai begangen. Ziel der weltweit durchgeführten Aktion ist es, Respekt gegenüber Lesben und Schwulen einzufordern und auf vorhandene Ausgrenzung aufmerksam zu machen. Das Datum wurde als Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt. An diesem Tag strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel. Zugleich ergeben sich zufällige Parallelen zwischen dem Datum 17.5. und dem ehemaligen Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches, welcher Homosexualität in der Bundesrepublik Deutschland unter Strafe stellte und erst 1994 gestrichen wurde.

Aufklärung und Luftballons für Akzeptanz und Respekt

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie am Sonntag, den 17. Mai 2015 finden auch in Mecklenburg-Vorpommern Veranstaltungen statt.

Stralsund und Schwerin

Wie in vielen Städten auf der Welt versammeln sich in Stralsund und Schwerin Lesben, Schwule, deren Freunde, Kollegen. Eltern und Geschwister zu einem so genannten „RainbowFlash“ und setzen ein auffälliges Zeichen gegen Homophobie. Mit einer persönlichen Botschaft lassen sie bunte Luftballons in den Himmel steigen.

Schwerin: 17.05.2015 - 15 Uhr - Südufer Pfaffenteich

Stralsund: 17.05.2015 - 18.30 Uhr - Alter Markt

Rostock

Auf dem Vorplatz des Warnemünder Leuchtturms stellen am Sonntag (17. Mai) zwischen 15 und 18 Uhr die Vereine rat+tat e.V., das Centrum für sexuelle Gesundheit e.V. und der CSD Rostock e.V. sich und ihre Arbeit vor. Den Höhepunkt bilden eine gemeinsame Kundgebung und Ballonaktion.

Rostock: 17.05.2015 - 15 bis 18 Uhr - Vorplatz des Warnemünder Leuchtturms / am „Teepott“

LSVD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern „Gaymeinsam“ e.V.

Lübecker Straße 43

19053 Schwerin

Telefon: 0385 / 55 75 54

info@gaymeinsam-mv.de